Gruppen, Partner, Gäste, Nutzerinnen

„Nur zusammen sind wir stark“

Das erste, was es braucht, ist eine starke und konstante Gruppe. Das sind meist gleichaltrige junge Leute aus dem Ort oder der Umgegend, welche alle dasselbe Ziel verfolgen: ein gemeinsamer und möglichst winterfester Treffpunkt, an dem man gemeinsam wachsen kann – sei es bei geselligen Runden oder beim Schick machen des neuen Domizils. Es macht dabei zwar Sinn einen kleinen Kreis an Jugendlichen zu haben, die die Fäden in der Hand halten und den Überblick wahren, aber am Ende zählt, dass alle etwas beitragen, die Gruppe offen sowie tolerant ist und vor allem zusammenhält. Dabei wird es nicht ohne gemeinsam beschlossene Regeln des Miteinanders gehen und je nach Alter auch oft nicht ohne die Unterstützung von Erwachsenen – zumeist den Eltern, den Nachbarn, wohlgesinnten Vereinen und Firmen oder der Verwaltung im Ort.

Rücksichtnahme spielt hierbei eine Hauptrolle. Soweit sich alle aber mit Respekt und dem Verständnis für individuelle Lebensweisen oder unterschiedliche Generationsblickwinkel begegnen, sollte das gut gelingen.

Im folgenden Themenbereich entsteht nach du nach eine Sammlung dessen, was es für ein gutes Miteinander braucht – bezogen auf die Gruppe selbst wie auch auf das Gemeinwesen, in dem sich der Treff befindet. Seht es als Empfehlungen und nicht „in Stein gemeißelt“. So unterschiedlich wie die Orte, in denen Jugendgruppen aufwachsen, sind auch die Menschen und deren Dorf- oder Stadtkultur. Passt das, was ihr hier findet einfach auf eure Situation an und lasst weg, was ihr aktuell nicht für notwendig erachtet. Besonders bei den Regelungen zählt das Motto: „So wenig wie möglich und so viel wie nötig!“.

Hausordnungen in Jugendtreffs

Was sollte drinstehen? Über was sollte man unbedingt reden?

1. Folgende Faktoren beeinflussen die Regeln in Hausordnungen und wie locker oder streng eine Hausordnung ausgearbeitet sein muss (deswegen gibt es keine allgemein gültige Musterhausordnung):

  • Alter der Besucher*innen
  • Größe der Einrichtung
  • Lage des Treffs
  • Lärm- oder andere Störungen der Nachbarn
  • Jugendschutzgesetz
  • Arbeitsstil/ Verantwortungsbereitschaft der Initiator*innen
  • Verhalten der Besucher*innen

2. Folgende Regeln sollten in der Hausordnung aufgeführt werden:

  • Zweck und Ziel der Einrichtung (Eher relevant bei gemeindlichen Jugendtreffs)
  • Öffnungszeiten
  • Ausübung des Hausrechts, Benennung der Verantwortlichen
  • Regelungen zum Ausschank, zum Gebrauch und Mitbringen von (alkoholischen) Getränken, zum Rauchen und sonstigen Drogen, Verbote
  • Verweise auf das Jugendschutzgesetz
  • Verfahren, bzw. Verantwortlichkeiten bei Sachbeschädigungen, Hinweise zur Haftung der Jugendlichen
  • Sanktionen (Hausverbot...)
  • Hinweise auf Rücksichtnahmen gegenüber and. Besucher*innen, Nachbar*innen, etc.
  • Thema Ordnung und Sauberkeit (drinnen und draußen, evt. Gedanken über Putzdienste machen)

Verein oder kein Verein?

Diese Frage kommt in aller Regel erst auf, wenn es seitens des Objekt-Vermieters zur Bedingung gemacht wird oder wenn die Größe, Altersstruktur oder der Zweck des Gruppenzusammenschlusses den Aufwand einer Vereinsgründung rechtfertigen.

Dabei bietet ein Verein insbesondere folgende Vorteile:
  • es haften keine Privatpersonen, sondern der Verein als sogenannte juristische Person (Ausnahme: Vorstand bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit)
  • Nutzer*innen sind über eine Vereinshaftpflicht versicherbar
  • steuerliche Vorteile (insbesondere, wenn der Verein die Gemeinnützigkeit besitzt und per Freistellungsbescheid des lokalen Finanzamtes nachweisen kann)
  • es besteht die Berechtigung Spenden zu quittieren (was besonders attraktiv für lokale Firmen ist, welche Spenden steuerlich absetzen können)
  • Vereine können ein eigenes Konto einrichten und umgehen damit jegliche Risiken bei einer privaten Kontoführung (das gewährleistet auch einen vielen besseren Finanzüberblick)
  • ein Verein hat in Deutschland einen sehr anerkannten Status und das öffnet viel Türen
Bei einigen Themenbereichen ist es Bedingung, dass keine Privatpersonen Vertragspartner*innen sind, z.B.:
  • bei vielen Fördermittelgeber*innen und Sponsoren (z.B. Stiftungen oder öffentliche Förderprogramme)
  • bei vielen Vermieter*innen, insbesondere wenn es sich um öffentliche Objekte handelt
Aber nicht jede Gruppierung kann ein Verein werden. Das sind die Bedingungen:
  • eine Satzung muss beschlossen werden
  • vertretungsberechtigte Personen im Vorstand müssen mind. 18 Jahre alt sein
  • es bedarf mind. 7 Gründungsmitglieder
  • Eintragung im Vereinsregister (so genannter BGB-Vorstand) und beim Finanzamt (regelmäßige Steuererklärung!) werden notwendig und sind von Notaren (Kosten!) zu beglaubigen
  • wenn eine Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt belegt wurde, braucht es regelmäßig einen neuen Nachweis (mit welchem Zweck ein Verein gemeinnützig sein kann, ist fest vorgeschrieben; Jugendförderung gehört hier aber generell dazu)
Ein Stück weit muss man die Vorteile und Aufwand miteinander abwägen, um zu entscheiden, ob eine Vereinsgründung der richtige bzw. notwendige Weg ist. Sinn daher nachzudenken macht es in jedem Fall, wenn:
  • ein festes Objekt als Treffpunkt längerfristig genutzt werden soll oder genutzt wird, welches dann evt. auch noch zusätzlich mit gemeinsamen Mitteln ausgebaut werden soll
  • die Gruppe perspektivisch auch zusammenbleibt und an den gemeinsamen Satzungszielen festhalten will und kann ODER Nachfolge-Gruppen in Aussicht sind, die in Zukunft den Verein führen
  • sich ein fester Personenkreis findet, der die sogenannten Vereinsgeschäfte führt (z.B. Organisation und Finanzen)
  • man sich im Dorf oder der Stadt kulturell etablieren möchte (da zählt der Vereinsstatus viel mehr als ein loser Gruppenzusammenschluss)

Was kostet die Gründung eines e.V.?

Die Kosten für die Vereinsgründung setzen sich zusammen aus

  • der Notargebühr für die Beglaubigung der Anmeldung (26,00 € zuzüglich Schreib- und Zustellgebühren)
  • der Registergebühr für eine Eintragung beim zuständigen Amtsgericht (52 €, wobei regelmäßig ein Gegenstandswert von 3.000 € unterlegt wird)
  • die Bekanntmachung der Eintragung (10 bis 30 €)

Zusammen sind das ca. 90 bis 140 €. Weitere Kosten fallen nicht an; es sei denn, man beauftragt einen Rechtsanwalt mit der Erstellung der Satzung usf. In manchen Bundesländern erlassen die Registergerichte gemeinnützigen Vereinen die Eintragungsgebühr (beim Amtsgericht erfragen). Zu beachten ist aber, dass auch spätere Eintragungen ins Vereinsregister mit Kosten verbunden sind. Regelmäßig sind das vor allem Änderungen im Vorstand.